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Cocktails und Brautschuhe

Also nachdem ich mich mal wieder ein paar Tage davor druecken konnte einen neuen Eintrag zu schreiben, kann ich jetzt wohl nicht mehr anders, als ueber mein Wochenende in Hangzhou zu schreiben.

Letzten Samstag bin ich zusammen mit 2 Arbeitskolleginnen aus Shanghai noch einmal nach Hangzhou gefahren, da am Sonntag meine "jiejie " ("grosse Schwester" geheiratet hat. Aber bevor ich zu meiner chinesischen Familie ging, wollten wir den Samstag zu dritt geniessen. In Hangzhou angekommen haben wir uns sofort aufgemacht zum legendaeren Xi hu (Westsee)zu gehen, einem riesengrossen See, der zu jeder Jahreszeit von den Touristen foermlich ueberrannt wird. Obwohl man eigentlich kostenlos um den See herum laufen kann, wollten Soldaten an diesem Tag Eintrittsgeld dafuer haben. HALLLOOOO ich glaub die spinnen. Wir haben uns auch gewundert warum eine Horden von Soldaten patroullierten und an die Leute Zeitungen verteilten, damit sie sich an Ort und Stelle (egal ob dieser Ort nun mitten auf der Strasse war, oder die Stelle den Weg blockierte) niederlassen und Karten spielen konnten. Nachdem wir uns nun diesen See nicht anschauen konnten, haben wir Maedels uns damit begnuegt, die Soldaten zu mustern...ich natuerlich aus rein ethnologischer Sicht und notgedrungen, versteht sich doch von selbst emotion.

Wir erfuhren, dass heute Abend das Internationale Feuerweksfestival in Hangzhou veranstaltet werden wuerde, und dass sich deshalb die meisten Leute schon 6 Stunden (man hat ja sonst nichts besseres zu tun!!) vorher, die besten Plaetze um den Xihu sicherten, um das Spektakel zu bewundern. Ist das nicht der Hammer, welch ein Glueck wir haben. Wir machten uns jedoch auf, nachdem noch genuegend Zeit war, in der Stadt ein Geschenk fuer mich zu finden, dass ich meiner jiejie und ihrem Mann zur Hochzeit schenken koennte. Schnell wurde klar, dass ich einfach ueberhaupt keine Ahnung von chinesischem Geschmack habe: bunte Glasschwaene, pinke Brautpaarfiguren, goldene Brautpaare in jeglicher Form...unverstaendlicher Weise konnte ich mich fuer die Geschenke nicht begeistern. Also entschied ich mich wie fast alle Gaeste, dem Brautpaar einen hongbao (rotes Kuvert mit Geld) zu schenken. Als es dann dunkel wurde, setzten wir uns mit zig anderen Chinesen auf eine Wiese um das Feuerwerk anzuschauen. Sobald wir dann die ersten Schuesse hoerten aber der Nachthimmel nicht erleuchtet wurde, war uns und den 200 anderen Chinesen eines klar .... emotion verdammter Mist wir waren am falschen Platz. Ein Ruck ging durch die Menge und die Masse (inklusive uns) bewegte sich Richtung Feuerwerk. Naja besser gesagt die Meute rannte ohne Ruecksicht auf Verluste, Ellenbogen raus und los gehts emotion. Meine beiden chinesischen Freundinnen, wie solls auch anders sein, nach ein paar Stunden laufen waren sie am Ende ihrer Kraefte und quengelten die ganze Zeit rum, dass wir eh zu spaet waeren und das Feuerwerk nicht mehr sehen wuerden. Also hab ich die Schwachen hinter mir gelassen und bin der Meute hinterher. Die hat sich gierig auf das Spektakel auf einer riesigen Hauptstrassenkreuzung gebuendelt und hat das gigantische Feuerwerk verfolgt. Vorbeikommende Autos mussten im Schritttempo durch die Menge fahren, die doch nicht etwa Schwaeche zeigte indem sie sich ein paar Meter bewegte... .Nach einer kleinen Ewigkeit sind dann auch meine Freundinnen hinzugekommen. Das Feuerwerk war atemberaubend! Nachdem sich die Meute aufgeloest hatte und ich die Maedels von der Idee ins KTV zu gehen abgebracht und fuer eine Bar begeistert hatte, ging der Abend weiter. Nachdem wir einen Club gefunden hatten, der uns allen 3 gepasst hat, ging der Abend weiter. Die Musik bestand mal wieder aus schlimmsten Kuschelschnulzen aber immerhin wars ne Bar. Schnell hatten wir uns am Bartresen versammelt und ich freute mich schon auf die billigen Cocktails. 6 Stueck fuer 10 Euro - ein Schnaeppchen dachte ich mir emotion tja aber da hatte ich die Rechnung ohne China gemacht: wir bekamen zwar 6 Cocktails, die waren allerdings in 4 cl Schnapsglaeser gequetscht (von denen meine Freundin gleich mal ein kostbares Glaesslein umschubste). Mein ueberzeugender Charme erreichte sogar, dass die Maedels sich zum Tanzen ueberreden liessen emotion...war echt super. Ein paar Maenner haben sich dann auch todesmutig wie sie waren getraut mich - die Auslaenderin - anzusprechen (und nicht nur zu starren) und so kamen wir den restlichen Abend ohne Geld aus. Als ich mich dann endlich erbarmt habe und die totmueden Gesichter meiner Freundinnen beruecksichtigt hatte und ihnen angeboten habe heim zu gehen, da meinten sie doch glatt zu mir, dass wenn ICH unbedingt heim wollen wuerde, dann wuerden sie mich natuerlich begleiten...gehts noch...also entschloss ich mich spontan noch eine Stunde laenger "durchzuhalten" meinen Freundinnen "zu Liebe". Enttaeuschte Gesichter hab ich mal uebersehen. Danach gings dann heim ins kuschellige Doppelbett!!!

So und ratz fatz wars dann auch schon Sonntag: HOCHZEITSPARTY! Aufgeregt wie ich war bin ich mal wieder um 6 Uhr aufgewacht und hab mich Hochzeitsfertig gemacht. Da ich ja leider kein Hochzeitstaugliches Gewand mit nach China genommen habe, musste ich mit einem Rock und einem schwarzen Shirt Vorlieb nehmen. Schockiert von meiner Aufmachung, die so ueberhaupt nicht den Vorstellungen meiner Kolleginnen von einer ban niang (Brautjunger) entsprach, hab ich mich auf den Weg zu meiner chinesischen Familie gemacht und meine Maedels zurueckgelassen. Da die Familie ziemlich ausserhalb wohnt, musste ich 2 Stunden Bus fahren und 2 mal umsteigen. Aber was tut man nicht alles fuer die Familie. Tja und dann hat mich mein shushu (Onkel) nach laengerem Suchen am Busbahnhof abgeholt und es ging weiter zu meiner Familie nach Hause. Dort wurden schon alle Vorbereitungen getroffen: der ganze Innenhof voll mit Lebensmitteln (Fisch, Krebsen, Garnelen, Hummer, Gemuese, Fleisch) -  darueber haben sich vor allem Tausende von Fliegen gefreut, die lustig das Essen bewachten. Das Brautpaar war unterwegs, so dass mir eine meiner zigtausend ayi (Tante - in China nennt man so ziemlich jede Frau, die aelter als einer selbst ist ayi; kleine Kinder nennen mich z.B. auch ayi) hat mir dann ihre Tochter, meine meimei (kleine Schwester) aufs Auge gedrueckt. Mit ihr habe ich dann alle Geschehnisse genau verfolgt. Spannend war auch ein Mann, der an einem kleinen Tisch sass, der direkt vor dem Eingang positioniert war. Ihm gaben alle Gaeste dann ihre hongbao (roten Geldumschlaege). Der zaehlte dann das Geld, und sammelte es in einer Tasche und schrieb die Namen nieder. Den ganzen Tag hat er seinen Platz nicht verlassen, seine Blase muss zum bersten voll gewesen sein emotion.

Zum Mittagessen rechnete meine Familie mit schlappen 200 Leuten und am Abend nur ca. unwesentliche 100 Gaeste mehr, also 300 Leuten. Selbstverstaendlich hatten sie eine Truppe von Leuten, die sich um das Essen kuemmerten, insgesamt 2 Koechen ... ich glaub mich tritt ein Pferd emotion, ZWEI unglaublich oder! Nach ca. 2 Stunden haben wir uns dann vor dem Tor versammelt, um das Brautpaar willkommen zu heissen. Die fuhren mit 4 geliehenen Mercedes-Benz Autos fuhr. Bevor sie ausstiegen und ins Haus gingen, wurden noch schnell zig Boeller in die Luft gejagt. Im Haus schreiteten sie auf einem roten Teppich, und stellten sich dann zusammen in eine Art Teller, der auf dem Boden lag. Dann mussten sie sich zigmal in alle Richtungen verbeugen, Tee trinken (der fuer spaeteren Reichtum stand - immer die alten Kammellen mit dem ewigen Reichtum), und dann verschwanden sie schon mit samt allen Brautjungfern in einem Zimmer im 3. Stock. Da gabs dann nochmal eine suesse Suppe, die symbolisch fuer die suesse Beziehung zwischen dem Brautpaar steht.

Die ganze "Zeremonie" war innerhalb von 10 Minuten um...und dann hiess es warten aufs Mittagessen. Zum Mittagessen wurden die Brautjungern, das Brautpaar, die Visagistin der Braut, meine ayis, der Brautzeuge "Rocky" (allein das ist schon witzig ein Chinese mit Namen Rocky) und ich zu einem Tisch im Hinterhof des Hauses gebracht. Dort konnten wir ungestoert von den anderen Gaesten essen. Da ich mich wunderte warum sich die Gaeste die ganze Zeit gegenseitig zuporsteten, aber nie zum Brautpaar kamen, erklaerte mir die Braut, dass sie keinen der Gaeste kenne, es seien alle Freunde ihres Vaters. Ja schpinn i  emotion... das haeltst ja im Leben nich aus. Naja nach dem Essen gingen die meisten Leute wieder (vollgestopft und meist betrunken), da es ja nun nichts mehr gab, kein Essen mehr, kein Alkohol mehr, das Brautpaar kannten sie nicht, also gingen sie heim, um am Abend wieder zum Essen zu kommen. Das Brautpaar schaute mit den anderen Brautjungfern zusammen einen Film...ich hab mich weiterhin draussen bei den Vorbereitungen fuers Essen nuetzlich gemacht. Am Abend wars dann tatsaechlich so dass 300 Leute kamen, die an insgesamt 38 Tischen Platz fanden, die auf 2 Haeuser aufgeteilt waren (unser Haus und das Nachbarhaus). Dann gings wieder ans Essen.

Da ich mich beim Brautvater meinem jiujiu (ebenfalls Onkel) bedanken wollte, wollte ich nach chinesischer Manier mit einem Glas Bier mit ihm anstossen, um ihn so zu ehren. Und der Kerl hat die Situation schamlos ausgenutzt, anstelle mit mir anzustossen, stellte er mich seinen lindao (Vorgesetzten) vor. Ein Tisch voll mit Maennern, die sich freuten mit mir zu trinken, schliesslich hats der Brautvater ja versprochen. Bis ich mich mal wieder nach dem umsah, war er verschwunden und ich hatte 7 Maenner vor mir, die alle mit mir exen wollten. Auch der Hilferuf emotion an meine neinei (Oma) brachte nichts, sie meinte nur, ich solle nicht unfreundlich sein und austrinken...Da man mir wiederholt sagte, dass es unhoeflich sei nicht auszutrinken und ich Angst hatte das der Brautvater "sein Gesicht verlieren"koennte, hab ich mich wacker geschlagen. Tja irgendwie hats auch geklappt, und ich war noch einigermassen in guter Verfassung, nach 4 halbe Bier auf Ex. Selbstverstaendlich hat das Ereignis auch Schaulustige an den Tag gerufen, und so wurde das ganze vom Hochzeitsfilmer auf Band aufgenommen, na klasse oder. Gluecklicherweise konnte ich mich , nachdem jeder versorgt war, endlich von dem toedlichen Tisch losreisen und Richtung Brautvater marschieren, um ihm zu sagen "so nicht mein Freundchen" emotion und um mich endlich bei ihm zu bedanken...tja ein seltendaemlicher Fehler. Der hatte naemlich noch einen Joker auf der Hinterhand: im allerletzten Zimmer gab es noch einen Tisch voll mit lindao (Vorgesetzten), die sich natuerlich vernachlaessigt fuehlten, da ich ja nur mit denen anderen getrunken hatte. Hab ich da was falsch verstanden, muesste nicht eigentlich die Braut versuchen einen einigermassen nuechternen Eindruck zu machen, obwohl sie sturz betrunken ist? Tja also gings dann doch weiter emotion. Als dann alle Gaeste gegangen waren, sass nur noch die Familie zusammen. Ich sass am Tisch, als meine Familie das Geld aus den hongbao zaehlte, und dachte mir nur, warum bist du eigentlich die einzige die Alkohol trinken musste. Tja da wurde ich wohl aufs uebelste zum Trinken verfuehrt...scheiss chinesische Sitten mit "Gesicht wahren" und so, naja der Brautvater hatte sein Gesicht nicht verloren und ich war mir nicht mehr hundertprozentig sicher, wo sich mein Gesicht genau befand. emotionUm 11 Uhr ging ich dann ins Bett ... es war auch bitterst noetig!!!

Und dann war auch schon Montag, den ich mir in weiser Vorahnung frei genommen hatte. Den Vormittag ging ich zu meinem alten Arbeitsplatz, um die Arbeiter zu besuchen. Am Mittag gings zurueck zu meiner chinesischen Familie, die den 3. und letzten Tag der Hochzeitsfestlichkeiten einlaeutete. Dieses Mal war nicht mal das Brautpaar anwesend (ich glaube die spielen in dem ganzen Zinober eh nur eine Nebenrolle). Nach jedem bedeutenden Fest, gedenken viele Chinesen ihren Ahnen. Und so haben ich eben zusammen mit meiner Tante, meinem Onkel und meiner Oma mitgedenkt. Hierfuer werden auf einem mit Essen reich gedeckten Tisch, Raeucherstaebchen angezuendet und zum Fusse des Tisches, gelbes Papier vrebrannt. Davor verbeugt man sich dann insgesamt 18 mal. Nach dem Essen verabschiedete ich mich dann von meiner Familie, die mir versprach sich weiterhin mit der Planung meiner zukuenftigen Hochzeit zu beschaeftigen und denen ich versprechen musste, dass meine Kinder sie spaeter auch mal Oma, Tante und Onkel nennen wuerden.  emotionIch gings dann Richtung Stadt und dann weiter zum Bahnhof. Da ich einfach einen mega fetten Kater hatte, entschloss ich mich 3 Stunden vor Abfahrt meines Zuges am Bahnhof noch ein wenig zu lernen (vorbildlich!!!emotion). Und dann bekam ich einen Anruf von einem alten Bekannten. Koennt ihr euch noch an den Aufseher erinnern, den ich in Hangzhou auf der Ausstellung kennengelernt habe, der mich dann jeden Tag anrief? Spontan entschloss er sich, zu mir zu kommen. Ich dachte mir vielleicht ist er ne halbe Stunde weg oder so aber nach 2 Stunden kam er dann endlich am Bahnhof an. Und Maedels ich sags euch, der war mal so was von aufgebrezelt...tztztz. Allerdings konnte ich ihm noch 15 Minuten meiner einzigartigen Gesellschaft schenken, bevor ich schon zu meinem Zug musste. Seitdem ruft er mich auch wieder regelmaessig an, um mir zu sagen dass er mich vermisst (Gott der Auslaenderstatus ist doch aetzend!)...irgendwie glaub ich, spielt seine Ehefrau auch nur eine Nebenrolle. emotion

Ach ja wenn ihr euch noch fragt wie oft die Braut ihr Kleid gewechselt hat, dann lasst euch sagen, dass meine jiejie ein schlaues Kind ist und der Bequemlichkeit wegen ihr Kleid nie gewechselt hat...meine Maedels in Shanghai koennen damit nur mit dem Kopf schuetteln!

Jetzt reichts aber auch wieder!!

28.10.09 04:12
 


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